Unwetterkatastrophe 1997

Kleiner historischer Rückblick und Auszug aus der Chronik der Feuerwehr

Juli-Hochwasser 1999

Am 05.07.2022 jährte sich die Unwetterkatastrohe von 1997 zum 25. mal. Am Montag, den 05.07.99 kam es zur wohl größten Naturkatastrophe im Stadtgebiet von Marienberg und den umliegenden Gemeinden. In den Nachmittagsstunden des 05. Juli 1999 fielen in der unmittelbaren Umgebung von Marienberg bis zu 160 Liter Niederschlag. Diese Menge wurde vom nicht mehr aufnahmefähigen Boden direkt abgeleitet. Ein Toter, 17 Obdachlose, mehrere Verletzte, etwa 60 weggeschwemmte Autos, 50 erheblich betroffene Häuser sowie Schäden von mindestens 50 Millionen Mark an Eisenbahnanlagen und Straßen war die Bilanz dieses schweren Unwetters.  Die Ursache des starken Gewitters war eine nahende Kaltfront. An der Vorderseite war es an diesem Tag noch einmal sehr warm und feucht, so dass sich riesige Quellwolken bilden konnten. Das entstandene Wärmegewitter verstärkte sich noch dadurch, dass die Luftmassen schon mit der durchziehenden Kaltfront in Berührung gekommen waren. Beim Durchgang der Kaltfront drehte der Wind schließlich noch auf nördliche Richtungen und es kam am Erzgebirgskamm zu einem Stau. Das führte dazu, dass sich das Gewitter an Ort und Stelle „abregnete“ und die Niederschlagsmengen, die sich sonst durch das Ziehen des Gewitters auf ein größeres Gebiet verteilen, auf einem eng begrenzten Raum niedergingen. Die am meisten betroffenen Orte lagen zusätzlich in Tälern, und bekamen neben den Wassermassen von oben noch eine ganze Menge des abfließenden Regenwassers ab. Die sintflutartigen Regenfälle verwandelte mehrere kleine Bäche in reißende Flüsse, unterspülte Straßen und Bahngleise, überschwemmte Keller und Grundstücke, legten Kläranlagen lahm, rissen Bäume und Elektromasten mit und sorgte für einen großflächigen mehrstündigen Stromausfall. 

(Quelle Gunter Keller Pockau). 

Binnen weniger Minuten stiegen die Pegelstände des Schletten- und des Dörfelbaches derart an, dass die angrenzenden Grundstücke überflutet wurden. Alle im Weg befindlichen Gebäude, Fahrzeuge u.ä. wurden durch die Wassermassen mitgerissen. Zahlreiche Gebäude wurden überflutet und teilweise erheblich zerstört. Wurde die Wehr noch am Nachmittag zur Sicherung des Altenpflegeheimes „Lauckner“ gerufen, war man kurze Zeit später im gesamten Stadtgebiet unterwegs, um eindringendes Wasser von Gebäuden fernzuhalten. Dann erst wurde allen bewusst, dass man es hier mit einer „einzigartigen“, die gesamte Stadt und Umgebung betreffenden Naturkatastrophe zu tun hat. 

Besonders belastend war die Menschenrettung, zu der in den Bereich des Dörfelbaches und in den Hüttengrund gerufen wurde. Im mehr als 1m hohen reisenden Strom, bestand trotz Sicherung keine Möglichkeit, an die dort schwimmenden Fahrzeuge heranzukommen. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass keine Personen eingeschlossen waren. Bei der weiteren Suche im Hüttengrund offenbarte sich die ganze Wucht, mit der die Wassermassen ihre Zerstörungswut hatten walten lassen. Die Einsatzstelle im Bereich B 171 Höhe Busunternehmen Mauersberger war nur noch zu Fuß am Rande des reißenden Flusses zu erreichen. Die dort von den Wassermassen eingeschlossenen Menschen konnten nur tatenlos der Naturgewalt zusehen, die nach und nach die Fahrzeuge mit sich riss. 

Neben den vielen leer zu pumpenden Kellern und Gebäudeteilen, wurde die Wehr am Abend des 05.07.99 zum Haus des Dachdeckers Fritzsch auf die Reitzenhaier Straße gerufen, wo ein starker Gasgeruch auf eine defekte Leitung hindeuten sollte. 2 Kameraden betraten mit Messtechnik das Kellergeschoss, dass bereits mit ca. 1m hohem Wasser gefüllt war, um den Gashaupthahn zu schließen. Dabei wurde festgestellt, dass die Ursache des Geruchs das Bastelmaterial des Eigentümers war, bei dem durch die Überflutung eine Flasche Lösungsmittel ausgelaufen war.

Während der gesamten Zeit wurde die Koordination der insgesamt mehr als 64 Einsätze durch eine ständig besetzte Zentrale im Gerätehaus durchgeführt. Das Funknetz sowie die Telefonverbindungen waren teilweise aufgrund der Vielzahl der Einsätze nicht nutzbar. Die Aufräumarbeiten und die Beseitigung der Schäden dauerten viele Wochen an. Dabei wurden die Geschädigten durch eine große Hilfswelle unterstützt. Es entstanden erhebliche Schäden an Infrastruktur und Privatbesitz.


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